Alice & Michael
Alice & Michael

Michael, Student an der Uni Wien, hat ein Erasmus-Semester in Paris verbracht, nachdem er davor ein Monat lang in einer französischen Firma gearbeitet hat. Auf der Suche nach einer Wohnung, ist der auf Alice gestoßen, die letztendlich nicht nur seine Mitbewohnerin, sondern auch eine gute Freundin geworden ist.
Die Beiden haben uns von ihren Erfahrungen erzählt..

 

Michael, erzähl' uns von deiner Wohnungssuche in Paris..

Michael: Zuerst habe ich im Internet nach einer WG gesucht und dort habe ich Alice kontaktiert und wir haben begonnen, Emails zu schreiben und zwei Wochen vor Abflug hatte ich dann meine Unterkunft.

Alice: Übrigens habe ich letztens deine Emails wieder einmal gelesen, du hast geschrieben: "Ich bin sehr nett, mach dir keine Sorgen..." (lacht)

Warst du überhaupt auf der Suche nach einem Mitbewohner, Alice?


Alice: Zuerst habe ich nach einer Mitbewohnerin gesucht und hatte ein etwas mulmiges Gefühl am Anfang, weil ich nicht wusste, was mich erwarten würde. Ich habe allerdigs schon eine positive WG-Erfahrung mit einer Australierin gemacht. Auf der Suche nach einer Mitbewohnerin, habe ich das Internet für eine Weile durchforstet und mich auf einer Seite angemeldet und daraufhin haben mich fast 100 Leute pro Tag angeschrieben. Als ich dann gesehen habe, dass Michael an der Dauphine studieren wird, so wie ich, dachte ich mir, dass ich ihm helfen könnte und so nachdem ich sowieso Deutsch sprechen wollte zuhause, habe ich mich letztendlich dann für ihn entschieden. 

 

Und habt ihr dann auch Deutsch zuhause gesprochen?


Alice : Eigentlich gar nicht lustigerweise! Nachdem wir begonnen hatten, auf Französisch zu schreiben und Michael schon gut Französisch konnte, als er nach Paris gekommen ist, sind wir einfach dabei geblieben. Momentan wohne ich in einer WG mit einem Österreicher hier in Wien und da habe ich auch realisiert, wie schwer es ist, in einer Fremdsprache über Themen zu reden, bei denen einem eigentlich das nötige Vokabular fehlt...

Irgendwann haben wir jedoch beschlossen, einen "Deutschtag" einzuführen, an dem wir einmal pro Woche nur Deutsch reden wollten daheim. Das Projekt ist zwar dann im Sand verlaufen, aber die Idee dahinter finden wir beide nach wie vor super! 


Michael:
Außerdem hast du sowieso immer Deutsch gehört, als wir mit unseren Freunden gesprochen haben. 


Alice
:
Stimmt, aber dich habe ich fast nie verstanden, weil du immer so schnell redest!

Was habt ihr so zusammen gemacht? 


Alice
 :  Gekocht! Wir haben Crêpes und Schnitzel-Abende gemacht und Michael hat einmal sogar eine Mozartkugel-Torte gebacken! 


Michael
 :  Das stimmt. Und ich habe wirklich noch nie so viele Mozartkugeln gegessen, wie in Paris. 


Alice
: Da fällt mir auch unser erster "Kulturschock" ein: Michaels Tante hat einmal den Champagner mit Orangensaft verdünnt! Überhaupt kann man sagen, dass die österreichische Küche nicht sehr raffiniert ist...


Gab es noch andere "Kulturschocks"? 


Alice
 : Mich hat geschockt, dass die Supermärkte in Österreich so früh zumachen! Vor einem Feiertag darf man bloß nicht vergessen, einzukaufen, sonst ist es eine Katastrophe und man muss sich 3 Tage lang vom Würstelstand ernähren..
Sonst gibt und gab es keine großen Schocks, denn letztendlich ist es Europa und damit doch sehr ähnlich!

Michael, inwiefern war es hilfreich, eine französische Mitbewohnerin zu haben? 


Michael
:
Sehr! Nicht nur in der Uni, wo mir Alice im Unterricht geholfen hat, sondern sie war mir auch eine große Hilfe in administrativer Hinsicht. Ich habe zwar kein Konto in Frankreich eröffnet, aber sie hat mich bezüglich des besten Handytarifes beraten und mir im Allgemeinen im alltäglichen Leben geholfen! Überhaupt wollte ich unbedingt mit Muttersprachlern in einer WG sein, damit ich Fortschritte in der Sprache mache.


Und wie ist es auf der Uni gelaufen?


Michael
: Das Schwierigste war, passende Kurse zu finden und sich dafür einzuschreiben, da nichts online steht und man alles von Zetteln an der Wand abschreiben muss und wenn sich kurzfristig etwas geändert hatte, dann konnte man wieder von vorne anfangen...Außerdem fangen manche Kurse richtig früh an, so gegen 8h, die kamen natürlich gar nicht in Frage für mich (lacht).
Die Professoren und Kollegen waren aber alle sehr freundlich und hilfsbereit!

 

Welche Unterschiede zwischen den beiden Systemen sind euch aufgefallen?


Michael
& Alice: In Österreich hat man als Student mehr Wahlfreiheit und man muss nicht immer alles akribisch mitschreiben, was die Professoren sagen, was in Frankreich schon der Fall ist.
Außerdem sind die Studenten in Österreich flexibler was die Prüfungen angeht und haben mehrere Antrittstermine, was nicht so stressig ist.

Und zum Abschluss, wieso sollte man nach Paris gehen?


Michael
 : Zuerst einmal, weil die Erasmus-Erfahrung einfach unbeschreiblich ist! Ich liebe Großstädte und in Paris ist immer was los, Tag und Nacht.
Um aber wirklich von seinem Aufenthalt zu profitieren, muss man sich bemühen, die Sprache gut und schnell zu lernen bzw. zu perfektionieren. Im Gegensatz zur gängigen Meinung sind die Franzosen sehr wohl sehr hilfsbereit und sprechen auch langsamer.

Seit meinem Erasmus war ich noch 3 oder 4 Mal in Paris und ich möchte gerne meinen Master in Frankreich machen.

 

 

Bei Fragen bezüglich eines Studiums im Ausland könnt ihr euch gerne jederzeit an Campus France Autriche wenden, wir sind da, um euch zu helfen und zu beraten!

Schreibt uns eifnach unter: vienne@campusfrance.org